SWR Fernsehen filmt für Landleben 4.0

SWR Fernsehen filmt für Landleben 4.0

Landleben4.0

Ühlingen-Birkendorf macht Theater

vom 8.3.2019 | 21.00 Uhr | 44:34 min

Verfügbar bis: 7.3.2020, 16.00

Ühlingen-Birkendorf – das sind 8 kleine Dörfer im Südschwarzwald, die seit 1975 eine Gemeinde bilden. Die kleinen Dörfer entlang von vier Tälern vereinte bisher außer einem Bindestrich recht wenig, zu verschieden sind die Menschen, ja sogar die Dialekte, die hier zuhause sind.

Im Sommer 2018 hat uns der Filmemacher Aljoscha Hofmann mit seinem Team viele Tage begleitet. Er hat für die Serie „Landleben 4.0“ gedreht. In jeder Folge der SWR Serie wird eine Gemeinde in Baden-Württemberg portraitiert und besondere Geschichten von Menschen, die in der Gemeinde leben oder arbeiten vorgestellt. Es ist eine große Ehre für unseren Verein, dass wir mit unserer großen Gemeinschaft und unserem Freilichttheater „Zwischen den Welten“ Hauptbestandteil werden sollten.

Wie kam es dazu? Anfang Dezember 2017 haben wir unseren Verein im Landratsamt Waldshut präsentieren dürfen: der SWR suchte für seine Sendung Landleben 4.0 interessante zukunftsweisende Projekte und was Dörfer tun, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben. Wie engagieren sich Jung und Alt gemeinsam?

Danke an Landrat Dr. Martin Kistler und Michael Scharf, den Sprecher der Bürgermeister im Kreis Waldshut, und Redakteurin Maria Funk vom SWR für Ihre Gastfreundschaft und das Interesse an unserem Tun und unserem Bürgermeister Tobias Gantert für’s dabei sein. Wir waren sehr gespannt, ob wir es ins Fernsehen schaffen.

FREUDE: Am Sonntag 24. Februar 2019 besuchten viele unserer Theaterfamilie die Preview von „Landleben 4.0 Ühlingen-Birkendorf macht Theater“ u.a. waren auch die Redakteurin, der Autor und der Produzent des Films da. Am Freitag, den 8. März um 21.00 Uhr 2019 strahlte das SWR-Fernsehen den Film aus!

Wir freuen uns ganz arg, dass im Film 4.0 Landleben unsere vielfältige Gemeinschaft, unser schönes Projekt und tolle Gemeinde samt der besonderen Landschaft, in der wir leben dürfen, so gut rüber kommen. Dahinter gibt es noch so viele, die es natürlich auch verdient gehabt hätten im Film vorzukommen. Das SWR-Fernsehen hat sich einige Protagonisten herausgesucht, die stellvertretend für die ganze Gemeinschaft stehen dürfen. Wir sagen in dem Zusammenhang dem SWR danke und allen, die in irgendeiner Form bei diesem großen Projekt mithelfen und natürlich auch bei allen, die Interesse daran zeigen.

Heute ist Welttheatertag! Wir verneigen uns tief!

Heute ist Welttheatertag! Wir verneigen uns tief!

FREUDE: Heute ist Welttheatertag. Dass man im und beim Theater alles sein, alles fühlen und alles erreichen kann, beweist uns dieses wunderbare Schiff, das bei unserem „Zwischen den Welten“ Teil unserer Kulisse ist. Beweist unsere Gemeinschaft im Verein. Beweist unsere Freude… Wir verneigen uns dankbar… Es lebe das Theater!
Nehmt Euch Zeit und lest folgende wunderbaren Worte, die jedem Theatermenschen aus der Seele sprechen:

Botschaft zum Welttheatertag 2019

Carlos Celdrán

Bevor ich zum Theater kam, waren dort schon meine Lehrer. Sie hatten ihre Häuser und ihre poetischen Konzepte auf dem gebaut, was ihnen ihr eigenes Leben hinterlassen hatte. Viele von ihnen sind nicht bekannt oder man erinnert sich kaum an sie: sie arbeiteten aus der Stille heraus, aus der Demut ihrer Probenräume und ihrer Theatersäle voller Zuschauer, und langsam, im Verlaufe arbeitsamer Jahre, in denen sie Außerordentliches leisteten, räumten sie ihren Platz und verschwanden. Als ich begriff, dass mein Handwerk und meine persönliche Bestimmung darin bestanden, ihren Schritten zu folgen, begriff ich auch, dass ich von ihnen jene einzigartige, herzzerreißende Tradition erbte, das Gegenwärtige zu durchleben, einzig und allein in der Erwartung, die Durchsichtigkeit eines nicht wiederholbaren Augenblicks zu erreichen. Ein Moment der Begegnung mit dem Anderen in der Dunkelheit eines Theaterraums, allein geschützt durch die Wahrheit einer Geste, eines vielsagenden Wortes.

Mein Theaterland besteht aus diesen Momenten der Begegnung mit den Zuschauern, die Abend für Abend in unser Theater kommen, aus den verschiedensten Winkeln meiner Stadt, um uns zu begleiten und ein paar Stunden, ein paar Minuten mit uns zu teilen. Aus diesen einzigartigen Minuten baue ich mein Leben, höre ich auf „ich“ zu sein und an mir selbst zu leiden, ich werde wiedergeboren und begreife, was Theatermachen bedeutet: Augenblicke reiner vergänglicher Wahrheit, von der wir wissen, dass das, was wir im Licht der Bühne sagen und tun, gewiss ist und unser Tiefstes, unser Persönlichstes widerspiegelt. Mein Theaterland, das meinige und das meiner Schauspieler, ist ein Land, gewebt aus jenen Momenten in denen wir die Masken hinter uns lassen, die Rhetorik, die Furcht zu sein, was wir sind, und uns die Hände reichen in der Dunkelheit.

Die Tradition des Theaters ist horizontal. Niemand kann behaupten, dass es irgendeinen privilegierten Mittelpunkt in der Welt gibt, in irgendeiner Stadt, in irgendeinem Gebäude. Das Theater, wie es mir zuteilwurde, erstreckt sich auf unsichtbarem Gelände, welches das Leben der Theatermacher und das Theaterhandwerk in derselben vereinenden Geste miteinander vermischt. Alle Meister des Theaters wissen, dass es keine Anerkennung gibt, die Bestand hätte vor dieser Gewissheit, die die Wurzel unserer Arbeit ist: Momente der Wahrheit, der Zweideutigkeit, der Kraft, der Freiheit in größter Unsicherheit. Von den Meistern wird nichts überleben außer Daten und Verzeichnissen ihrer Arbeiten in Videos und Fotos, die nur eine blasse Idee von dem vermitteln, was sie schufen. Was solchen Katalogen stets fehlen wird, ist die stille Antwort des Publikums, das augenblicklich erkennt, dass das, was dort auf der Bühne geschieht, unübersetzbar ist und außerhalb des Theaters nicht auffindbar, dass die Wahrheit, die es hier teilt, eine Erfahrung des Lebens ist, für Sekunden durchscheinender als das Leben selbst.

Als ich begriff, dass das Theater seinem innerstem Wesen nach ein Land ist, ein großes Territorium, das die gesamte Welt umfasst, entstand in mir ein Entschluss, der zugleich auch eine Freiheit bedeutet: du brauchst dich nicht von deinem Ort zu entfernen, musst nicht reisen. Dort wo du bist, ist auch das Publikum. Dort sind die Gefährten, die du an deiner Seite brauchst. Dort, vor deinem Haus, findest du die tägliche undurchsichtige, undurchdringliche Wirklichkeit. Von dieser scheinbaren Bewegungslosigkeit aus arbeitest du nun, um die größte aller Reisen zu konstruieren, die Wiederholung der Odyssee, der Argonautenfahrt: du bist ein unbeweglicher Reisender, der unaufhörlich die Dichte und Festigkeit seiner wirklichen Welt beschleunigt. Deine Reise geht zum Augenblick, zum Moment, zur unwiederholbaren Begegnung mit deinesgleichen. Zu ihnen führt deine Reise, zu ihren Herzen, zu ihrer Subjektivität. Du reist durch ihr Innerstes, durch ihre Gefühle und Erinnerungen, die du erweckst und bewegst. Man kann deine schwindelerregende Reise weder ermessen noch verschweigen, es ist eine Reise durch die Fantasie deiner Leute, ein Samen, ausgesät in der entlegensten Gegend: dem politischen, ethischen, menschlichen Bewusstsein deiner Zuschauer. Deshalb bewege ich mich nicht und bleibe zu Hause, unter meinen Vertrauten, in scheinbarer Ruhe, und arbeite Tag und Nacht, weil ich das Geheimnis der Geschwindigkeit in mir trage.

Havanna (Kuba) im Januar 2019

Wir proben wieder draußen!

Wir proben wieder draußen!

FREUDE: Endlich können wir für unser „Zwischen den Welten“ wieder draußen proben. Die erste Probe im Klostergarten bei strahlender Frühlingssonne hat so richtig gut getan… Freude, Freude und noch mal Freude!