Unser neues Freilichttheater: „Die Schwarze Rose“

Vorbereitungen

 

Ein historisches Freilichttheater bedarf unsagbar viel Vorbereitung, auch schon lange bevor Rollenvergabe und Proben beginnen können. Recherchen, begleitet von vielen Gesprächen, Studieren der Zeitgschichte und herausfinden, wie die Menschen sich zu dieser Zeit gefühlt haben müssen, Zusammentragen von Materialien, Grundüberlegungen wie das Stück aufgebaut werden und welcher Umfang es haben soll, Autorenarbeit und vieles mehr benötigen viel Zeit.

In dieser Phase befinden wir uns gerade mit „Die schwarze Rose“.

Wann genau wir das Stück „Die schwarze Rose“ auf die Bühne bringen, geben wir in den nächsten Wochen bekannt.

Über das Stück

 

„Die schwarze Rose“ ist unser neues Theaterprojekt über das Leben des in Riedern a.W. geborenen Dichters, Schriftstellers und Künstlers Heinrich Ernst Kromer. Es ist ein Künstlerleben, welches wir inszenieren. Heinrich Ernst Kromer lebte in den Jahren 1866-1948, starb im Marienhaus in Konstanz. Unser Theater beginnt mit dem Tod seiner Mutter Marei Kromer im Jahr 1880, sozusagen an der Stelle, wo „Zwischen den Welten“ sein tieftrauriges Ende nahm.

Dieser Punkt kann durchaus als Zäsur im Leben des damals 14-jährigen HEKs betrachtet werden und prägte sein Handeln und Denken nachhaltig.

HEK war einerseits stets sehr verbunden mit seinem Vater Dorus Kromer, seiner toten Mutter Marei Kromer und seinen vier Geschwistern, die alle nach Amerika ausgewandert sind und andererseits mit seinen geschaffenen Figuren, die er gemalt und in seinen Büchern beschrieben hat.

Wir inszenieren Kromers Parallelwelt Amerika und auch die Parallelwelt seiner Fantasie. Wir erwecken die Magie seiner Gedanken auf unserer Freilichtbühne zum Leben.

Als Beispiel kann hier „Don Quichote“ angeführt werden, ihn hat HEK sehr oft gemalt, er konnte sich sehr gut mit dessen Geschichte identifizieren, hatte auch HEK häufig in seinem Leben gegen „Windmühlen“ anzukämpfen. Oder in seinem autobiografische Roman „Gustav Hänfling. Denkwürdigkeiten eines Porzellanmalers“, beschreibt er viele Wesenszüge von sich selbst.

Seinen geschaffenen Fantasiefiguren war Kromer genauso nahe wie seinen realen Zeitgenossen aus Fleisch und Blut.

Sie lernen die Wegbegleiter HEKs kennen, wie z.B. die Familie Würtenberger und Emanuel von Bodman vom Bodensee, Hans Thoma aus Bernau, Anna Ebner aus Berau, Oskar Malzacher aus Waldshut, Hermann Hesse und Gritta, die große Liebe Heinrich Ernst Kromers, welche Sie eintauchen lassen in die faszinierende Welt HEKs, wo Fantasie, Wunschdenken und Wirklichkeit tief miteinander verwoben sind und auf unserer Freilichtbühne zu einem großen Ganzen verschmelzen.

Frage und Bitte

(von Heinrich Ernst Kromer)

Kennst du die schwarze Rose,

Die ich erblühen seh’n

Im stillen Gartenschoße?

O sprich mir: Kennst du, kennst du sie?

Du süße, schwarze Rose?

 

Kennst du die schwarze Rose,

Fühlst ihre Düfte weh’n

Im stillen Gartenschoße?

Fühlst du sie wehen, fühlst du sie,

Du stolze, schwarze Rose?

Scheu blickt der Hoffnungslose,

Atmet der Düfte Weh’n

Der vollen, schwarzen Rose –

Sprich mir: Muß ich vorübergeh’n

Dir süßer, schwarzer Rose?

 

Im stillen Gartenschoße

Eratmend laß mich stehn’n

Im Duft der schwarzen Rose!

O heiß‘ mich nicht vorübergeh’n

Du stolze, schwarze Rose!…

 

 

Lebenslauf

 

1866

Heinrich Ernst Kromer wird am 26. September 1866 in Riedern am Wald (Landkreis Waldshut) geboren.

1887

Abschluss (Abitur) des Gymnasiums in Konstanz. Bekanntschaft mit Emanuel von Bodman, Ernst und Karl Maximilian

Würtenberger, Emil Gött, Emil Strauss, Wilhelm von Scholz, Karl Henckell und Emil Thoma. Beginn des Studiums der Germanistik in Heidelberg, das Kromer nach zwei Semestern abbricht.

Seine Schwester Lydia wandert nach Amerika aus (Seine Brüder Friedrich und Norbert Adolf sind bereits 1884 und sein Bruder Karl-Alfred 1886 ausgewandert)

1888

Verlegung des Wohnsitzes nach München und Aufnahme eines Jurastudiums.

1890

Aufgabe des Studiums, um sich ganz der Malerei zu widmen. Bekanntschaft mit Arnold Böcklin, Wilhelm Trübner, Hans Thoma, Anton Pruska und Max Doerner.

1893

Publikation des Gedichtbandes >Schauen und Bauen< auf Vermittlung von Richard Dehmel.

1895

Umzug nach Konstanz. Kromer verfasst mehrere Theaterstücke und Kurzgeschichten. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, verziert er Holztruhen mit Brandmalerei.

1898

Kromer betreut als Redakteur >Stern’s Literarisches Bulletin der Schweiz< in Zürich. Es erscheint seine Novellensammlung >Die Mittendurcher<.

1899

Kromer betätigt sich auf den Gebieten der Radierung und Plastik.

1900

Kromer wechselt seinen Wohnsitz häufig zwischen Konstanz und München. Bekanntschaft mit Ernst Kreidolf, Robert Weise, Hans Buck und Wilhelm Schäfer.

1903

Kromer zieht nach Braubach in die Nähe von Koblenz und arbeitet redaktionell bei der Zeitschrift >Die Rheinlande< mit.

1905

Sein Vater Dorus stirbt am 10. Februar in Fruitvale (Nähe St. Francisco) an einer Lungen- und Brustfellentzündung

1907

Kromers Wohnsitz wechselt wieder zwischen München und Konstanz.

1908

>Gustav Hänfling. Denkwürdigkeiten eines schlesischen Porzellanmalers< erscheint unter dem Pseudonym Heinrich Amann in der Zeitschrift >Die Schweiz<.

1913

Der Roman >Arnold Lohr’s Zigeunerfahrt< erscheint im Verlag Rütten & Loening in Frankfurt.

1915

Kromer gibt im Insel Verlag J. P. Hebels >Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes< heraus. >Gustav Hänfling. Denkwürdigkeiten eines schlesischen Porzellanmalers< erscheint als Buch im Leipziger Insel Verlag.

1919

Kromer gibt J. P. Hebels >Alemannische Gedichte< im Insel Verlag heraus.

1928

Kromer versucht sich in Zürich als Restaurator.

1934

Das Alemannenbuch >Von Schelmen und braven Leuten< erscheint im Staakmann Verlag.

1935

Kromer gibt im Staakmann Verlag das Buch >Die Amerikafahrt< seines Vaters Dorus Kromer heraus.

1937

Kromers >Alemannisches Geschichtenbuch< erscheint im Staakmann Verlag.

1942

Kromer lebt von nun an bis zu seinem Tod im Marienhaus, dem Altersheim der Stadt Konstanz.

1948

Heinrich Ernst Kromer verstirbt am 5. Mai.

 

(Zusammenstellung Lebenslauf zum größten Teil: HEK Gesellschaft)