25 Jahre Friedenslicht – Gottesdienst für den Frieden

 

Meine Hände waren eiskalt und in meinem Herz war es unendlich warm… es war ein unfassbar wunderbarer Moment, als am Abend unsere Kinder und Jugendlichen alle mit Ihren Laternen als langer Friedenschweif aus der Kapelle gekommen sind. Und wisst Ihr, was mich besonders glücklich gemacht hat? Sie haben mehr und noch wärmer gestrahlt als die Lichter, die Sie getragen haben. Man kann bei Null Grad und obwohl man friert andere Menschen wärmen. Das haben unsere Kinder und Jugendliche bewiesen. Danke von Herzen dafür und danke für die wunderbaren Gesänge. Genau das ist das, was Kraft und Mut und letztendlich Frieden bringt. Danke auch allen, die wieder geholfen haben, dass dieser Gottesdienst zum Jubiläum des Friedenslichtes möglich war. Alles, was man im Moment tut, ist irgendwie doppelt schwer und anstrengend, aber trotzdem auch ganz besonders, wahrscheinlich sogar deswegen. Ich weiß jeden einzelnen Einsatz, vom Dekorieren, Feuer machen und fegen über Technik bis zu den Dingen im Hintergrund aus tiefstem Herzen sehr zu schätzen. DAAANKE! Eigentlich war im Nachgang Glühwein, Grillwurst und gemütliches Zusammensein rund um die Feuersäulen oder im Vereinsheim geplant. Leider lässt es die aktuelle Lage nicht zu. Wir sind glücklich, dass wir diesen Winter-Freiluft-Gottesdienst machen konnten. Danke an Pater Christoph Eichkorn, an die Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal und natürlich den Lichtbringern von der Schützen- u. Reservistenvereinigung Klettgau e. V., federführend durch Bernd Ebner.

(Corinna Vogt, 1. Vorsitzende und Leiterin der Kinder- und Jugendgruppen des Theatervereins)

 

Zusammenschnitt der Liedbeiträge…

 

Textbeiträge des Abends…

 

25. Jahre Friedenslicht

Rückblick: 1986 entstand in Linz die wunderbare Idee, in Bethlehem ein Licht zu entzünden und es den Menschen als Zeichen der Verbundenheit und des Friedens zu geben. Zehn Jahre später sollte das Licht auch in unsere Gemeinde einziehen.

Bild: Karl Walcher (links), gebürtiger Österreicher, übergab im Dezember 1996, also genau vor 25 Jahren das 1. Friedenslicht in Ühlingen am „Brückle“ an den damaligen Ortsvorsteher von Riedern a.W. Hubert Morath (rechts), und an den damals erst zwei Wochen sich im Amt befindende neue Bürgermeister Thomas Fechtig (mitte).

Das zweite Friedenlicht brachte die Grundschülerin Dunja Preiser direkt aus Linz ins Schlüchttal. Die Reise nach Linz wurde zur Tradtion.

Die Bürger unserer Gemeinde haben jedes Jahr zu Weihnachten die Möglichkeit, das Licht an ihrer Kerze oder Laterne zu entzünden und mitzunehmen.

13. Dezember 2021: Heute ist das Fest der heiligen Luzia. Lichtbringerin bedeutet ihr Name

Dieses Jahr bringt die Schützen- u. Reservistenvereinigung Klettgau e. V. federführend durch Bernd Ebner das Friedenslicht zum 25. Mal. Viele Jahre nun in Folge in die Friedenslichtkapelle. In der Kirche in Riedern a.W. nahm in den letzten Jahren zusätzlich Ortsvorsteher Albert Baumeister das Licht in Empfang.

Das Licht stammt eigentlich aus dem Jahre 1943 von Plan in Böhmen. Damals stellten die Bürger, während der Luftangriffe das Licht vor Türen und Fenster. Die Bomberpiloten wußten nicht, was das zu bedeuten hatte und flogen weiter, ohne die Stadt zu bombardieren. Dadurch wurde die Stadt Plan vorschont. Das Licht hat tausenden Menschen das Leben gerettet. So entstand der Ausspruch: „Licht ins Dunkel.“ „Ist da jemand?“

Auf Bild von links Bern Ebner (Schützen- u. Reservistenvereinigung Klettgau e. V.), Thomas Fechtig (Bürgermeister i.R., war bei der 1. Übergabe dabei), Bruno Gromann (stellvertretender Ortsvorsteher von Riedern a. W.)

Zitate zum Friedenslicht

Gudrun Morath, Tochter des damaligen Orstvorstehers von Riedern am Wald Hubert Morath: „Das Friedenslicht als Zeichen von Zusammenhalt aller Menschen, Gerechigkeit, Sicherheit!“

Walter Rehm aus Lottstetten, hat mit seiner Baufirma federführend am Bau der Kapelle gewirkt: „Das erste Friedenslicht haben wir während dem Bau der Kapelle, sowie in den darauf folgenden Jahren in Linz abgeholt und nach Riedern gebracht. Als Herr Walcher verstoben war, hat für uns Bernd Ebner das Licht für uns in Zürich abgeholt und auch verteilt. Wir freuen uns über und auf das 25. Jubiläum des Friedenslichts“.

Bernd Ebner, Oberstabsfeldwebel d.R. der Schützen-u. Reservistenvereinigung Klettgau e.V.: „Jetzt in diesen Zeiten brauchen wir viel Mut, Hoffnung, dass sich vieles ändert, Einklang fließt statt Blut. Optimismus, um zu handeln, dass der Glaube niemals bricht. Drum möchte ich euch bitten, reicht es weiter, dieses Licht!“

Freude, es brennt wieder Licht in der Friedenslichtkapelle…

Die Wurzeln der heutigen „Friedenslichtkapelle“ reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Hier ruhen 700 österreichische, ungarische, badische und böhmische Soldaten, aber auch der größte Teil der Einwohnerschaft des Ortes Riedern am Wald, die 1813/14 während der Befreiungskriege von der Seuche dahingerafft sind. Soldaten und Einwohner Riederns am Wald wurden im gleichen Massengrab, der sogenannten „Kalkgrube“, bestattet.

Die Begräbnisstätte befindet sich unmittelbar neben der Kapelle.

Als Gedenkstätte für die gefallenen und verstorbenen Opfer wurde 1865 die „Soldaten-Gedächtnis-Kapelle“ zunächst aus Holz erbaut. Leider ist die Holzkapelle nach über 40jährigem Bestehen nahezu vollständig zerfallen gewesen und dann gänzlich abgerissen worden.

Anfang 1900 wurde zusätzlich ein steinernes Mahnmal errichtet und man begann mit dem Wiederaufbau der Kapelle. Dieses Mal war ein langlebiger Bau aus Stein geplant. Infolge des 1. Weltkrieges wurde dann aber der Bau zwangsläufig eingestellt.

Spätere Überlegungen zum Wiederaufbau der Kapelle scheiterten an den fehlenden Geldmitteln.

Jahrzehnte später erfuhr Karl Walcher von diesem Ort und nahm sich vor, das begonnene Werk zu vollenden.

Die Originalpläne der Steinkirche waren noch vorhanden, und konnten den Planern zur Verfügung gestellt werden. Da die Kostenschätzung aber bei 2 Millionen Mark lag und das nicht zu realisieren war, wurde die Kapelle erheblich kleiner gebaut.

1997 erhielt der Denkmalverein von Herrn Walcher, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern, wie den Reservisten aus Klettgau, regionalen Firmen, besonders der Baufirma Walter Rehm aus Lottstetten, sowie dem österreichischen „Schwarzen Kreuz“ die offizielle Baugenehmigung.

Nach dem Spatenstich am 26. Mai 2002 wurde der der Bau, allerdings erst vier Jahre später begonnen.

Nach Wünschen von Karl Walcher, soll die Kapelle den Namen „Friedenslichtkapelle“ erhalten. „Es hätte in den heutigen unruhigen Zeiten kein besserer Name gefunden werden können als Friedenslichtkapelle“, so der damalige Bürgermeister Thomas Fechtig.

2017 wurde, nach dem Tod des 1. Vorsitzenden Karl Walcher, der Österreichischen Kriegerdenkmalschutzverein aufgelöst.

Die Friedenslichtkapelle fiel satzungsgemäß an das Land Baden-Württemberg.

Wir als Theaterverein Zeitschleuse e.V., sind als Vereinsheim direkter Nachbar der Kapelle, haben aktuell die Nutzungsgenehmigung der Kapelle und kümmern uns um die geschichtsträchtige Kulturstätte.

Gedanken aus Rom von unserem Schirmherrn und Ehrenbürger von Ühlingen-Birkendorf Herrn Erzbischof Georg Gänswein zur Friedenslichtkapelle und zum Friedenslicht:

Christus hat sich als „Licht“ bezeichnet, das in die Welt kommen soll, um die Menschen zu erleuchten, das heißt um sie sehend zu machen. Um Frieden ist aufrichtig zu ringen. Mehr noch, er muss erarbeitet, erbetet und mit allen Kräften erhalten werden. Wie oft Versuche, Frieden zu schaffen, in die Brüche gingen, das zeigen uns greif- und sichtbar die Friedenslichtkappelle und das österreichische Denkmal hier bei uns in Riedern. Wie viele Menschen haben ihr Leben gelassen, um den Frieden herzustellen oder um ihn zu erhalten! Die Kapelle und das Denkmal sind ein sichtbarer Ausdruck aber auch ein Mahnmal, dass das nur mit Gottes Hilfe möglich ist. Und was möglich ist, das sollte mit allen Kräften und der Anstrengung aller auch realisiert werden. Das ist eine Herausforderung an uns alle.

Das Friedenslicht kommt von Betlehem, von dem Ort, wo der „Friedensfürst“ geboren wurde. Es wird von dort weltweit verteilt, um symbolisch den Frieden zu erhalten und um uns darauf hinzuweisen, wo die wahren Quellen des Friedens und des Lichtes zu finden sind: in Jesus Christus

Südkurier, 20. Dezember 2021