Friedenslichtkapelle

 

Freude, es brennt wieder Licht in der Friedenslichtkapelle…

Die Wurzeln der heutigen „Friedenslichtkapelle“ reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Hier ruhen 700 österreichische, ungarische, badische und böhmische Soldaten, aber auch der größte Teil der Einwohnerschaft des Ortes Riedern am Wald, die 1813/14 während der Befreiungskriege von der Seuche dahingerafft sind. Soldaten und Einwohner Riederns am Wald wurden im gleichen Massengrab, der sogenannten „Kalkgrube“, bestattet.

Die Begräbnisstätte befindet sich unmittelbar neben der Kapelle.

Als Gedenkstätte für die gefallenen und verstorbenen Opfer wurde 1865 die „Soldaten-Gedächtnis-Kapelle“ zunächst aus Holz erbaut. Leider ist die Holzkapelle nach über 40jährigem Bestehen nahezu vollständig zerfallen gewesen und dann gänzlich abgerissen worden.

Anfang 1900 wurde zusätzlich ein steinernes Mahnmal errichtet und man begann mit dem Wiederaufbau der Kapelle. Dieses Mal war ein langlebiger Bau aus Stein geplant. Infolge des 1. Weltkrieges wurde dann aber der Bau zwangsläufig eingestellt.

Spätere Überlegungen zum Wiederaufbau der Kapelle scheiterten an den fehlenden Geldmitteln.

Jahrzehnte später erfuhr Karl Walcher von diesem Ort und nahm sich vor, das begonnene Werk zu vollenden.

Die Originalpläne der Steinkirche waren noch vorhanden, und konnten den Planern zur Verfügung gestellt werden. Da die Kostenschätzung aber bei 2 Millionen Mark lag und das nicht zu realisieren war, wurde die Kapelle erheblich kleiner gebaut.

1997 erhielt der Denkmalverein von Herrn Walcher, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern, wie den Reservisten aus Klettgau, regionalen Firmen, besonders der Baufirma Walter Rehm aus Lottstetten, sowie dem österreichischen „Schwarzen Kreuz“ die offizielle Baugenehmigung.

Nach dem Spatenstich am 26. Mai 2002 wurde der der Bau, allerdings erst vier Jahre später begonnen.

Nach Wünschen von Karl Walcher, soll die Kapelle den Namen „Friedenslichtkapelle“ erhalten. „Es hätte in den heutigen unruhigen Zeiten kein besserer Name gefunden werden können als Friedenslichtkapelle“, so der damalige Bürgermeister Thomas Fechtig.

2017 wurde, nach dem Tod des 1. Vorsitzenden Karl Walcher, der Österreichischen Kriegerdenkmalschutzverein aufgelöst.

Die Friedenslichtkapelle fiel satzungsgemäß an das Land Baden-Württemberg.

Wir als Theaterverein Zeitschleuse e.V., sind als Vereinsheim direkter Nachbar der Kapelle, haben aktuell die Nutzungsgenehmigung der Kapelle und kümmern uns um die geschichtsträchtige Kulturstätte.

Gedanken aus Rom von unserem Schirmherrn und Ehrenbürger von Ühlingen-Birkendorf Herrn Erzbischof Georg Gänswein zur Friedenslichtkapelle und zum Friedenslicht:

Christus hat sich als „Licht“ bezeichnet, das in die Welt kommen soll, um die Menschen zu erleuchten, das heißt um sie sehend zu machen. Um Frieden ist aufrichtig zu ringen. Mehr noch, er muss erarbeitet, erbetet und mit allen Kräften erhalten werden. Wie oft Versuche, Frieden zu schaffen, in die Brüche gingen, das zeigen uns greif- und sichtbar die Friedenslichtkappelle und das österreichische Denkmal hier bei uns in Riedern. Wie viele Menschen haben ihr Leben gelassen, um den Frieden herzustellen oder um ihn zu erhalten! Die Kapelle und das Denkmal sind ein sichtbarer Ausdruck aber auch ein Mahnmal, dass das nur mit Gottes Hilfe möglich ist. Und was möglich ist, das sollte mit allen Kräften und der Anstrengung aller auch realisiert werden. Das ist eine Herausforderung an uns alle.

Das Friedenslicht kommt von Betlehem, von dem Ort, wo der „Friedensfürst“ geboren wurde. Es wird von dort weltweit verteilt, um symbolisch den Frieden zu erhalten und um uns darauf hinzuweisen, wo die wahren Quellen des Friedens und des Lichtes zu finden sind: in Jesus Christus